Frauenunion Waldeck-Frankenberg zum Besuch der Lebenshilfewerkstatt in Frankenberg

Frankenberg. Ihre regelmäßigen Informationsbesuche führte die Frauenunion Waldeck-Frankenberg diesmal auf Initiative der Battenbergerin Bärbel Stübner in die Werkstätten der Lebenshilfe in Frankenberg.

In zwei Gruppen führten Betriebsleiter Martin Henke und die Abteilungsleiter Stefan Müller und Jürgen Horstmann durch die Werkstatträume. Die hessischen Werkstätten verstehen sich als Agentur für angepasste Arbeit. Circa 40 Unternehmen aus dem Frankenberger Raum beauftragen regelmäßig die Lebenshilfe mit Montagearbeiten und sichern so den Mitarbeitern mit Behinderung eine regelmäßige Arbeit. „ Es ist beeindruckend mit welcher Begeisterung die Menschen mit Behinderung an ihren Arbeitsplätzen in den verschiedenen Arbeitsbereichen uns über ihre Arbeit und ihre Produkte bei unserem Rundgang berichtet haben“, freute sich  Frauenunionsvorsitzende Barbara Gaidzik.

Von der Schreinerei bis zur Wäscherei sind viele verschiedene Bereiche in die Werkstätten integriert. So liefert die hauseigene Wäscherei frische Wäsche für Gastronomie und Übernachtungsbetriebe. Ferner werden zum Beispiel Montagesysteme im Auftrag eines Bad Wildunger Unternehmens für bodengleiche Duschen gefertigt und geliefert. Meßstäbe für Heizkessel hat die Firma Viessmann bestellt. Besonderes Interesse bei den Frauenunionsmitgliedern fand die (Werkstatt) Arbeitsgruppe, in der die Produkte für den Osterbasar gefertigt werden. Abteilungsleiter Jürgen Horstmann und Stefan Müller konnten sich freuen, denn es waren nach dem Besuch diverse käuflich erworbene Osterutensilien im Gepäck der Frauenunionsmitglieder.

Inklusion im Arbeitsmarkt versteht die Frauenunion als eine wichtiges Aufgabe. Auf großes Interesse stieß das Arbeitsteam von Behinderten der Frankenberger Werkstätten, das direkt im Unternehmen Osborn in Burgwald tätig ist. Dort arbeiten sie gemeinsam mit Osbornmitarbeitern und konfektionieren die Lieferung von Produkten, Verpackungen und Etiketten. Die Landtagsabgeordnete Claudia Ravensburg konnte bei ihrem Besuch bei Osborn die große Freude der Mitarbeiter mit Behinderung aufnehmen. Obwohl sie nach wie vor bei der Lebenshilfe tätig sind und auch von einer Mitarbeiterin der Lebenshilfe begleitet werden, fühlen sie sich dem Unternehmen zugehörig. Das erfüllt sie mit Stolz, und sie erfahren Anerkennung über das Erreichte.

Darüber hinaus gibt es mit dem Landeswohlfahrtsverband eine Zielvereinbarung zur Schaffung von betriebsintegrierten Arbeitsplätzen. So gibt es seit kurzem einen Arbeitsplatz in der Kindertagesstätte Rosenthal.

Besonders interessierte die Besucherinnen die Absicherung behinderter Menschen im Alter. Auch die Menschen mit Behinderung arbeiten bis 65. Lebensjahr. „ Viele von ihnen leben im ambulant betreutem Wohnen, aber über die Schaffung von (Altentagesstätten) altersgerechten Betreuungsangeboten müsse in Zukunft vermehrt nachgedacht werden.“, betonte Martin Henke.

Die Besucherinnen von der Frauenunion nahmen abschließend im Gespräch mit der Werkstattleitung die Gelegenheit wahr, zahlreiche Fragen zu stellen. Abschließend dankte die stellvertretende Vorsitzende der Frauenunion Claudia Ravensburg für den informativen Nachmittag und stellte fest, dass es (trotz) im Rahmen von Inklusion für viele Behinderte richtig sei, dass die Lebenshilfewerkstätten den Menschen mit Behinderung im Landkreis einen Schutzraum bieten, aber genauso wichtig sei, dass sich die Lebenshilfe zunehmend öffnet, um den Menschen mit Behinderung die Aufnahme von Arbeitstätigkeiten außerhalb der Werkstätten zu ermöglichen.

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