Frauenunion besucht Asklepios Bildungszentrum und Kaiserhof mit Vorstellung der Pflegebegleiter

Dem Thema Pflege nahm sich die Bad Wildunger Frauenunion mit ihren Besuchen in der Krankenpflegeschule der Asklepios Stadtklinik und dem Pflegezentrum Kaiserhof an. Die Frauengruppe mit ihrer Vorsitzenden Barbara Gaidzik und der Landtagsabgeordneten Claudia Ravensburg wurden im ehemaligen Schwesternwohnheim in der Laustraße vom Leiter des Bildungszentrum Asklepios Mizrab Akgöz und der Leiterin der Krankenpflege Frau Grebe über die aktuelle Situation in der Krankenpflegeausbildung informiert.

Die Krankenpflege ist ein sehr anspruchsvoller Beruf geworden, aber wegen der Aufstiegsmöglichkeiten auch attraktiv, betonte Mizrab Akgöz, den die Anforderungen an eine kompetente Krankenpflege seien deutlich gestiegen. Asklepios stellt gegenwärtig145 Ausbildungsplätze in der Gesundheits- und Krankenpflege und 65 Ausbildungsplätze in der Physiotherapie über die Bringmann Akademie bereit. Die Ausbildungszeit beträgt drei Jahre. In beiden Ausbildungsrichtungen ist ein Bachelorstudium möglich, so dass auch der Weg nach „ganz oben“ offen ist. Desweiteren werden Alltagsbetreuer ausgebildet, Service- und Pflegeassistenten sowie ein neuer Beruf, der Case Manager (der frühere Sozialarbeiter), denn die Patienten und ihre Angehörigen dürften an der Schnittstelle zwischen Verlassen des Krankenhauses und der Pflege zu Hause nicht alleingelassen werden.

Die Fachkräfte in Bad Wildungen aber auch aus dem Schwalm-Eder-Kreis nutzen das umfangreiche Weiterbildungsangebot von Asklepios mit 400 Veranstaltungen im Jahr, um sich auch während ihres Berufslebens regelmäßig fortzubilden. Der Fachkräftemangel in den Pflegeberufen sei längst in Bad Wildungen angekommen. Deshalb werde jede Gelegenheit genutzt, um den Beruf in Schulen oder wie in der vergangenen Woche beim Fraueninformationstag in der Wandelhalle vorzustellen. Die Absolventen der 3 jährigen Krankenpflegeausbildung seien begehrte Fachkräfte und hätten oft bereits vor dem Examen schon Einstellungszusagen. So habe man auch die Initiative des Hessischen Sozialministers genutzt, um in Spanien Jugendliche für die Ausbildung in Deutschland  zu gewinnen, denn dort hätten 25% der Jugendlichen keinen Ausbildungsplatz.

Einig waren sich die Besucherinnen in der anschließenden Diskussion, dass die Wertschätzung des Krankenpflegeberufs deutlich verbessert werden sollte, denn die Fachkräfte leisten jeden Tag eine wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe bei Ihren Patienten.

Anschließend besuchte die Frauenunion das benachbarte Pflegezentrum Kaiserhof, wo sie von der Heimleiterin Frau Rudelbach und Frau Wagner bereits erwartet wurden. Auf dem Rundgang durch das Haus und im anschließenden Gespräch erfuhren die Gäste, dass der Kaiserhof in drei Stationen aufgeteilt ist: die Wohngruppe, eine geschlossene Station für Bewohner, die sich nicht selbstständig orientieren können, und die Beatmungsstation für Schwerstpflegefälle, die z.B. nach Unfällen mit dem Motorrad oder Sportunfällen hier intensiv betreut werden. Der Kaiserhof ist bei der Schwerstpflege für Patienten im Wachkoma hessenweit Vorreiter, es gibt sonst nur noch eine vergleichbare Einrichtung dieser Art.

Auch das  Thema häusliche Pflege sollte an diesem Tag nicht zu kurz kommen. In einem hessischen Modellprojekt werden in Bad Wildungen zur  Zeit 12 ehrenamtliche Kräfte durch den Vital-Pflegedienst zum Pflegebegleiter ausgebildet. Frau Schäfer und Frau Schuldt erläuterten das Konzept. Mit Frau Latzel und Frau Wickert berichteten zwei der Pflegebegleiter über ihre Aufgabe. Das Angebot der Pflegebegleiter richtet sich nicht an den Pflegebedürftige selbst, sondern derjenige, der pflegt, steht im Vordergrund. Noch immer werden 2/3 der Pflegebedürftigen in der häuslichen Umgebung gepflegt. Doch oft stehen die Pfleger, meist die Ehepartner oder Kinder, ganz allein da mit ihren Sorgen und Nöten. Die Pflegebegleiter hören einfach mal zu. Sie unterstützen und ermutigen die Angehörigen, geben menschliche Nähe, entlasten durch Gespräche, vermitteln die Pflegebedürftigen in die Tagespflege und stehen den Pflegenden einfach mit Rat zur Seite. Wer sich für diese wichtige Aufgabe interessiert oder Kontakt zu den Pflegebegleitern aufnehmen will, kann zu den Sprechstunden ins Mehrgenerationenhaus am Kirchplatz kommen.

Im Namen aller Teilnehmerinnen dankte Claudia Ravensburg MdL für den informativen Nachmittag und sagte zu, dass die Frauenunion mithelfen werde, die Pflegebegleiter im Landkreis bei den Pflegenden noch bekannter zu machen.


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