Frauenunion Waldeck-Frankenberg besucht Hatzfeld

Die zweitschönste Kirche Hessens war das Ziel eines Besuchs der Mitglieder der Frauenunion Waldeck-Frankenberg in Hatzfeld. Bei strahlendem Sonnenschein stellte der Lindenhöfer Herbert Becker die kleine Kirche und ihre doch erst kurze Geschichte in Lindenhof vor. Erst in 1992 wurde der Wunsch der 120 Lindenhöfer wahr, wieder eine Räumlichkeit für Gottesdienste zu haben, in dem das Fachwerk einer schmalen Scheune in Lichtenfels-Neukirchen abgebaut und in Lindenhof als Kern der Kirche wieder aufgebaut wurde. „Die kleine Kirche ist in der Realität ja noch schöner als wir sie uns nach den Fernsehberichten vorgestellt hatten“, staunte die stellvertretende Vorsitzende Johanna Köthke aus Korbach, als die Besucherinnen die Kirche von innen und außen in Augenschein nehmen konnten.

Bereits zuvor traf sich die Gruppe vor den Werkstoren von Hollingsworth & Vose, wo sie die Geschäftsführer Jürgen Binzer und Joe Kaiser begrüßten. Beide Geschäftsführer stellten die verschiedenen Geschäftsbereiche des Unternehmens vor, das neben Hatzfeld auch in England, Mexiko, China, den USA und demnächst in Indien Standorte hat. Neben den klassischen Filterpapieren für die Automobilindustrie werden in Hatzfeld auch Filterwerkstoffe für Atemschutzmasken, Klimaanlagen, Reinraumfilter u.v.m. produziert. Auch in Batterien werden Separatoren von Hollingsworth & Vose eingebaut. In diesem Bereich habe das Unternehmen sogar 80 % Marktanteil am Weltmarkt. Zur Feinbeschichtung von Filtern werden in Hatzfeld modernste Verfahren, wie die Nanotechnologie eingesetzt. Nach einem Rundgang durch das Unternehmen dankte Claudia Ravensburg MdL der Geschäftsleitung für die langjährige Standorttreue des Unternehmens und zeigte Verständnis dafür, dass mittlerweile aufgrund des schlechten verkehrlichen Anbindung von Hatzfeld eine zunehmende Anzahl von hochwertigen Arbeitsplätzen im Bereich Vertrieb, Marketing und Finanzen nach Bad Vilbel ausgelagert werden mussten. „Wir müssen alles daran setzen, dass die Umgehungen an der B 252 möglichst bald gebaut werden, damit die für Anwohner wie Straßennutzer so schwierige Situation in den Ortsdurchfahrten bis nach Marburg ein Ende findet“, betonte die Abgeordnete.

Das abwechslungsreiche Programm führte die Gruppe anschließend in ein „Museum anderer Art“, wie Roma Fromme-Monsees ihr Kalligrafiemuseum in der Hatzfelder Kernstadt selber beschreibt.  Die Besucherinnen staunten nicht schlecht, was Frau Fromme-Monsees seit 25 Jahren in ihrem Skriptorium in zwei aneinandergebauten Fachwerkhäusern in unendlicher Liebe für das Detail aufgebaut hat. Viele Besucherinnen waren so beeindruckt von der Schreibkunst und der Atmosphäre im Haus, dass sie bald auch privat wiederkommen wollen.

Zum Abschluss begrüßte Bürgermeisterkandidat Werner Keller die Gäste in der Bäckerei Eckhardt direkt am neuen Ederauen-Radweg. Bei Kaffee und Kuchen beantwortete Werner Keller gern die Fragen über Hatzfeld und seine Kandidatur. Die Besucherinnen und Besucher, die aus dem ganzen Landkreis gekommen waren, stellten fest, dass die Anreise nach Hatzfeld aufgrund der zahlreichen Umleitungen für Ortsunkundige zwar sehr beschwerlich gewesen war, aber sich der Weg auf jeden Fall gelohnt habe.  Hatzfeld hat viele touristische Kleinode zu bieten, die selbst im eigenen Landkreis nicht bekannt seien. „Der neue Radweg und die große Resonanz auf die Berichterstattung zu unserer Lindenhöfer Kirche soll den Ansatz bieten, unsere Stadt mit allen Ortsteilen künftig sehr viel besser touristisch zu vermarkten. Die neuen Sitzplätze am Café der Bäckerei Eckhardt sind der richtige unternehmerische Schritt, damit Hatzfeld zukünftig auch von den Radfahrern profitiert“, betonte Bürgermeisterkandidat Werner Keller.


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