Ärztliche Versorgung im Landkreis muss Chefsache sein

CDU-Kreistagsfraktion fordert den Landrat auf zu handeln

Die CDU-Kreistagsfraktion wird sich weiterhin konstruktiv in die Debatte um die bestmögliche ärztliche Versorgung im Landkreis einbringen, betont die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Claudia Ravensburg. Bereits im Dezember 2010 hatte der Kreistag hierzu einen einstimmigen Beschluss gefasst und den Kreisausschuss zum Handeln aufgefordert. Wir bedauern sehr, dass der Landrat unseren Beschluss nicht umgesetzt hat. Wertvolle Zeit ist verstrichen. Andere Landkreise, wie der Werra-Meißner Kreis oder der Vogelsberg haben sich längst dieses Themas angenommen. Ein Leitbild zu definieren ist sicherlich wichtig, aber schöne Worte allein helfen nicht angesichts der Probleme, die aufgrund des demografischen Wandels auf den Kreis zukommen. Nun müsse der Landrat die ärztliche Versorgung endlich zur Chefsache machen, betonen die beiden Kreistagsabgeordneten Claudia Ravensburg und Katrin Schäfer.

Probleme, wie durch die Praxisaufgabe in Hatzfeld, müssten durch engen Kontakt des Kreises mit den niedergelassenen Ärzten frühzeitig erkannt und gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung Konzepte erarbeitet werden. Positiv sieht die CDU die Arbeit der Kassenärztlichen Vereinigung, die sich jetzt viel flexibler beim Suchen von Lösungen bei Praxisschließungen zeigt, als dies in der Vergangenheit der Fall war. Zudem hat das neue Gesundheitsversorgungsstrukturgesetz der Bundesregierung deutliche Verbesserungen gebracht. Auf dieser Basis hat der hessische Gesundheitsminister Stefan Grüttner mit den Krankenkassen und der Kassenärztlichen Vereinigung den ‚Hessischen Pakt zur Sicherstellung der gesundheitlichen Versorgung‘ geschlossen. Zukünftig wird es nicht nur Fördermöglichkeiten für Pendeldienste zu den Praxen oder bei der Gründung von Hausarztpraxen in unterversorgten Gebieten geben. Sondern es gibt auch dann die Möglichkeit in diesen unterversorgten Gebieten Praxen zu gründen, wenn im Landkreis insgesamt eine Überversorgung besteht, wie das zurzeit in Waldeck-Frankenberg der Fall ist, betont Katrin Schäfer. Darüber hinaus befürwortet die CDU-Kreistagsfraktion, dass sich auch Hausarztpraxen aus Waldeck-Frankenberg für ein Modellprojekt beteiligen, bei dem Sprechstundenhilfen zu Praxisassistentinnen weitergebildet werden und zu den Patienten rausfahren, um ärztliche Leistungen bei Hausbesuchen anbieten. Gerade die hilfsbedürftigen älteren Menschen in den Dörfern brauchen dann nicht mehr für jede Hilfeleistung in die Praxen kommen, sondern erhalten beispielsweise die notwendige Spritze von den Praxisassistentinnen.

Zudem fordert der Hausärzteverband bereits seit einem Jahr die Unterstützung des Kreises bei der Einrichtung einer Verbundweiterbildung zum Allgemeinarzt. Unser Problem in Waldeck-Frankenberg ist doch, dass die Hausärzte hier nicht ausgebildet werden. Wir sollten dringend dafür sorgen, dass Studenten der Allgemeinmedizin bereits während des Studiums durch Praktika den Kontakt in den Landkreis bekommen und gemeinsam mit der Universität Marburg eine Verbundweiterbildung für Allgemeinärzte schaffen, wo sie in Praxen in Kooperation mit den heimischen Krankenhäusern ausgebildet werden können.  Wir müssen den jungen Medizinern ein Komplettpaket bieten mit der klinischen Ausbildungsphase in unseren heimischen Krankenhäusern und der praktischen Ausbildung in den Arztpraxen sowie Kinderbetreuung und Hilfe bei der Haus- und Wohnungssuche. Wir müssen die Chance nutzen, dass die hier ausgebildeten Allgemeinärzte sich auch hier niederlassen werden. Es ist dringend Zeit, dass der Kreis jetzt endlich handelt, betont Claudia Ravensburg abschließend. Die CDU wird einfordern, dass der doppelte Beschluss des Kreistages in der kommenden Sitzung dafür endlich den Startschuss gibt.

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